"Ich bin der Herr, und du bist mein Knecht." Sprach so der Mann schon vor ewigen Zeiten zur Frau? Der herkömmlichen Vorstellung vom schwachen und starken Geschlecht widerspricht die Sonderausstellung "Frauen, Zeiten, Spuren" (23. Januar bis 26. April 1998) im Neandertal-Museum in Mettmann. Sie präsentiert Forschungs- und Ausgrabungsergebnisse, die ein neues Bild der alten Eva zeigen: nicht geistlos und unterwürfig, sondern kämpferisch und innovativ. Das gegenwärtige Geschlechterschema ist nicht naturgegeben - so lautet die zentrale These. Die aktuellen Geschlechterrollen beeinflussen vielmehr die Interpretation urgeschichtlicher Funde die Phantasie eines Archäologen gebiert eben andere Bilder als die einer Archäologin. Dem Jäger-Modell setzen Anthropologinnen das Sammlerinnen-Szenario entgegen: Darin attestieren sie ihren feministischen Vorgängerinnen eine aktivere und kreativere Rolle.

Das Museum im Neandertal bei Düsseldorf ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.