So kommt klammheimliche Freude auf. Für fast achtzig Millionen Dollar war der echte Renoir für etliche Jahre hinter japanischen Safetüren verschwunden.

Jetzt sind die Eigner klamm und haben das Meisterwerk wieder abgestoßen: Verlust fast dreißig Millionen Dollar.

Solche Nachrichten tun der gekränkten europäischen Seele gut. Schließlich hatten die Asiaten nicht nur reihenweise einst stolze europäische Industriebastionen im Geschäft mit Kameras, Unterhaltungselektronik und im Schiffbau geschleift, sondern sich überdies erdreistet, mit dem so verdienten Mammon auch noch den europäischen Kunstmarkt leerzukaufen. Ein japanischer Milliardär, so wird berichtet, wollte gar seine Renoirs und van Goghs mit ins Grab nehmen. Das wurde zwar in letzter Minute verhindert, nährte aber gleichwohl unser Unbehagen über die unheimlichen Erfolgsmenschen aus dem Fernen Osten.

Jetzt, da die Konjunktur-Sonne über dem fernöstlichen Inselreich nur noch trübe scheint und so mancher übermächtige Konkurrent Federn lassen muß, kommen uns die fremden Asiaten gleich viel menschlicher vor.

Zuviel der Freude könnte aber nach hinten losgehen. Die Japaner werden ihre Hausaufgaben machen und wiederkommen, nicht nur auf dem Kunstmarkt. Und mal ehrlich: Ist es wirklich besser, wenn der Renoir jetzt hinter den dreifach gesicherten Stahltüren eines amerikanischen Kunstsammlers verschwindet?