Vorsicht, Sonntag. Ruhig bleiben. Und auf gar keinen Fall: Auto waschen.

Sonst steigt einem womöglich die katholische Kirche aufs Dach. Aral hat da gerade sein blaues Wunder erlebt. Hatte fürs Autowaschen am Sonntag geworben.

Darauf Kreuzzug der Katholiken aus Fulda, Boykottaufruf, ein Radiosender stiftet Frieden, Aral gelobt reumütig, die Werbung zu ändern - der heilige Sonntag ist gerettet.

Gesegnet seien die furchtlosen Kämpfer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, Diözesanverband Fulda. Denn dank ihrer wackeren Truppe kommt nun endlich auch aus der Arbeitnehmerschaft mal ein ernster Vorschlag, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Nur leider ist der etwas verkryptisiert.

Was sich die Katholiken in dieser Schärfe nicht zu sagen trauten: Statt am heiligen Sonntag selbst zu säubern, läßt man das Auto besser während der Arbeitswoche von fremden Händen putzen, einsalben, wienern. Das bringt Jobs, Jobs, Jobs - endlich.

Doch vielleicht haben die Fuldaer die Zeichen auch verkannt: Denn nach verwegenen Spritztouren mit überhöhender Geschwindigkeit über unerleuchtete Feldwege braucht der Autofahrer am Sonntag die Pflege seines vergötterten Vierrads wie der Sünder den Beichtstuhl - zum Reinwaschen.