Geht's ums Geld, wird gelogen. Nächste Woche darf Peter Radunski (CDU) mal wieder an der Wahrheit vorbeischrammen. Der Berliner Kultursenator muß in einer seit Monaten hinausgezögerten Pressekonferenz als Reform verkaufen, was mit Hängen und Würgen als Notprogramm zustande gekommen ist: Statt der halbwegs selbständigen Tanz-Ensembles dreier Opernhäuser (Staatsoper, Komische Oper, Deutsche Oper) wird es bald nur noch ein BerlinBallett geben, statt 170 Tänzer nur noch 120, dafür steigt die Zahl der Verwalter in unserem von Beamten aufgefressenen Staat auf (mindestens) das Doppelte, von 40 auf 80.

Ach, Deutschland.

Was ist aus dem kraftlosen Aufschwung zur "Wende" geworden. An allem kann der Sitzriese Kohl doch nicht schuld sein.

Da päppeln wir das liebe Bonn, das jahrzehntelang als Regierungssitz wie die Maus im Speck gelebt hat, noch weiter - und für die alte, neue Hauptstadt ist kein Geld da. Nun sterben dort auch noch die Tanz-Schwäne.

Ist die Ellbogen-Gesellschaft der Schrempp, Henkel & Co., die uns kleine Angestellte ohne Börsenpapiere am liebsten ins Armenhaus sperrte, noch zu retten? Wo zieht die Bonner Kegelrunde hin?

Da war doch mal was: Berlin, mit mehreren Opern, Schauspielhäusern von Jessner bis Reinhardt, Kritikern von Fontane bis Kerr und Ihering.

Alles weg. Bonn, das Krähwinkel der Adenauerei, hat alle eingelullt. Wenn wir nur unser Häusle haben.