Frankfurt bei Tag. Deutsche Banken wachsen in den Himmel. Bei Hoechst explodiert Chemie, und die Knusperhäuschen am Römer zerfallen zu Staub. Aber eigentlich ist Frankfurt am Main eine glückliche Stadt, denn am Römerberg regieren zwei Frauen. Die eine, Petra Roth (CDU), ist Oberbürgermeisterin und gebietet über leere Kassen. Die andere, Linda Reisch (SPD), über Kultur und Freizeit. Reisch ist Prinzessin ohne Land: der Opernchef vertrieben, das Theater am Turm zur Strecke gebracht. Viel Porzellan zerschlagen. Nach dem jüngsten Eklat im Intrigantenstadl ist alles kaputt. Petra Roth suchte für die Ausstellung über den Widerstand der Wehrmacht ("Aufstand des Gewissens") einen Redner. Reisch fand, wen Roth suchte: Den Historiker Hans Mommsen.

Petra Roth fragte, wer dieser Mommsen sei. Die Ratgeber rieten ab. Nur ein Professor. Zu links. Zu sehr Reemtsma. Der weltberühmte Stadtrat Udo Corts (CDU) riet zu Klaus von Dohnanyi. Lippensynchron riet nun auch Roth zu Klaus von Dohnanyi. Mehr rechts, weniger Reemtsma. Feldpost an Reisch. Reisch lädt Mommsen aus. Mommsen ist brüskiert. Roth errötet: Reisch sei schuld. Reisch zufrieden: Roth sei schuld. Aber was hätte Mommsen über den Widerstand des Militärs gesagt? Was wird Dohnanyi sagen? Blick auf die Alte Oper: "Dem Wahren, Schönen, Guten". Nebenan die zwielichtigen Türme einer Deutschen Bank. Bettler im Aldi. Kultur für alle.