An den einschlägigen Treffpunkten tauchen neuerdings auch die "Scheitelträger" aus der organisierten Neonaziszene auf. Sie versuchen, die jungen Neueinsteiger der Glatzenszene zu aggressiven Mutproben gegen Andersdenkende und Fremde anzustacheln. Im selbstverwalteten "Info-Café" der linksalternativen Enklave von Angermünde erzählt der vierzehnjährige Frank eher beiläufig von alltäglichen Einschüchterungen. Was vor drei Tagen passierte? Ach, ist doch schon normal. Vorm Treffpunkt mit dem Che-Guevara-Portrait hätten ihm vier Typen aufgelauert und gedroht: "Wenn du weiter da reingehst, paß auf deine Gesundheit auf." Frank grinst: "Aber gemacht haben sie nix." Und am Wochenende sind sie mit dem Auto vorgefahren, haben den windschiefen Flachbau mit Flaschen bombardiert und die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert. Dann sind sie mit voller Wucht gegen die Eingangstür gesprungen. Aber zum Glück war das Eisengitter schon fest verschlossen, das den Jugendtreff allabendlich zur Festung macht. Hier, auf wenigen Quadratmetern, igeln sich jene ein, die wie Evelin und Frank nicht zum rechten Mainstream gehören. Die öffentlichen Plätze, am Bahnhof etwa, sind anderweitig vergeben.