Der Winter ist die Zeit der Erstarrung. Alles bleibt, wie es ist. Dennoch gibt es bisweilen unerwartete Entdeckungen. So entstammt zum Beispiel der Satz "Was den seitwärts weisenden Winkel der Erektion anbelangt, gibt es in der Tat eine Krankheit, die eine solche Verformung hinterläßt" nicht etwa der Beratungsseite eines Pornomagazins, sondern dem Politikteil der taz. Und das ist gut so. Schließlich ist der Seitenwinkel der Erektion des amerikanischen Präsidenten eine ernste Sache. Es soll ja Krankheiten geben, die Verformungen hinterlassen, von denen sich ein gottesfürchtiges Volk nichts träumen läßt. Von einer solchen, freilich eher im Kopfbereich, scheint auch die Zweidrittelmehrheit des Bundestages betroffen zu sein, welche jetzt die Grundgesetzänderung zum Lauschangriff verabschiedete, nach der Journalisten abgehört werden dürfen, Gottesmänner aber nicht. Brauchen wir soviel christliches Abendland? Aber ja, gewiß doch. Der Neger zum Beispiel hat nichts dergleichen und fährt viel schlechter damit. Die Afrikanerin von Welt, enthüllte jetzt die Frankfurter Rundschau, freut sich gar nicht an ihrer dunklen Haut. Sie möchte nicht mehr braun sein, sondern hell. Deshalb nimmt sie Bleichcremes mit Namen wie Tonight und Shirley, aber auch Yesako und Jaribu Kwanza. Bloß nützt das Zeug leider trotzdem nichts. Es führt bloß zu "konfettiartigen Dyschromien", wie die kenianische Hautärztin Dr. Melanie Miyanji erklärt. Eine ganz ähnliche Erscheinung findet sich übrigens auch bei sonnenverbrannten Bleichgesichtern, die um die jetzige Jahreszeit auf den Kanaren oder Malediven schmoren. So kommt die Menschheit sich näher. Erst eine mehrtägige Beobachtung nach der Ankunft im Nichteinwanderungsland BRD kann künftig noch klären, welcher der Ankömmlinge ein gebräunter Deutscher ist und welcher bloß ein gebleichter Afrikaner. Asyl wird dann zwar nicht gegeben, doch für einen Lauschangriff kommen Angehörige beider Hautgruppen in Frage, außer, sie trügen den schwarzen Rock des Geistlichen. Auch der amerikanische Präsident wird sich dieser Praxis nicht entziehen können, es sei denn, er hätte gerade eine juristisch verwertbare Erektion, deren Winkel vom Obersten Gericht festgelegt würde. Mit Zweidrittelmehrheit, ohne Konfetti. Oder, wie der Afrikaner sagt: Jaribu Kwanza, Yesako.

Finis