Nein, diese Wahl ist zu wichtig, als daß Politiker unverfroren an den Bürgern vorbei kämpfen dürften. Den Wähler stellen sie vor eine unmögliche Wahl: Zu Beginn des Wahljahrs soll kein Platz sein für eine Debatte über Gedanken und Reformansätze, die in die Zukunft weisen. Und vorerst weckt keiner der Kanzleranwärter jenes Grundvertrauen, das in einer verunsicherten Gesellschaft Aufbruchstimmung erzeugen könnte.

Trotzdem Kohl? Oder Schröder? Oder Lafontaine? Oder Schäuble?

Nicht wenige Deutsche werden dankbar sein, wenn sich auch die Kandidaten einen "Ruck" geben und ihre Pläne vorstellen, statt sie zu vernebeln, die Schwierigkeiten und Härten ihrer Politik ansprechen, statt sie zu verschweigen, die guten Ideen aufgreifen, statt vor allem den Widersacher schlechtzumachen. Die Bürger wollen mehr als eine Bundestagswahl des kleineren Übels.