Östliches

"Unbestritten ist, daß in Ostdeutschland ... vielfach unter Tarif bezahlt wird, weil angesichts der wirtschaftlichen Misere Betriebe in vielen Branchen nur auf diese Weise ihr Überleben sichern können. Das funktioniert nur deshalb, weil die Beschäftigten freiwillig zu Opfern bereit sind, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Eine ganz andere Sache ist, wenn der BDI-Präsident offiziell ... zum Rechtsbruch aufruft. ... Was würde Henkel wohl dazu sagen, wenn die Gewerkschaften sich bei Tarifrunden keinen Deut mehr an die (vertraglich fixierte) Friedenspflicht hielten, sondern ,massenhaft' wilde Streiks inszenierten? "

"Nordkurier"

"Derzeit versucht Generalsekretär Hintze, sich einen Antikommunismus nutzbar zu machen, ohne daß es einen Kommunismus gibt. So soll die linkssozialistische PDS, in der es eine kommunistische Traditionsnische und viele fast schon unpolitische Veteranen-Stammtische gibt, zu einer Macht aufgeschminkt werden, die sich anschickt, die Verhältnisse in Deutschland umzustoßen - was doch tatsächlich ganz andere Leute tun."

Günter Gaus,

im "Freitag"

"Der eine Teil ist begraben, und der andere ist in der CDU und zahlt dort Beitrag."

Peter-Michael Diestel, CDU,

Östliches

über die Bürgerrechtler der DDR

"Abgeordnete beschließen für andere den Lauschangriff in Wohnungen, stempeln das Volk zu Kriminellen und schließen sich selbst vom Lauschangriff aus! Daß für die Kirchen das Abhören tabu sein soll, während Ehepartner, Eltern und Kinder dem Lauschangriff preisgegeben werden, ist die nächste Sauerei! Über die Stasi sich aufregen und es selbst noch viel, viel schlimmer treiben."

Gerda Schwitzky,

Stralsund, in "Neues Deutschland"

"Ich trau' mich fast nicht, das Wort ,Kollektiv' in den Mund zu nehmen, weil es in der DDR oft einen so dürren Klang hatte, aber ich glaube doch, daß in der gemeinsamen Arbeit eine viel bessere Basis für Treue steckt, als in entsprechenden heiligen Schwüren. Ich bin davon überzeugt, daß es für eine Frau sehr wichtig ist, mit dem Mann, den sie liebt, gemeinsam eine wirtschaftliche Eigenständigkeit aufzubauen."

Katarina Witt,

Eiskunstläuferin, in "Neues Deutschland"

Östliches

"Was haben denn all die Grafen und Herzöge, deren Namen an Kasernenfronten stehen, mit Demokratie zu tun? Oder Kaiser Wilhelm? Oder Paul von Hindenburg, der in seiner Senilität Hitler den Steigbügel gehalten hat? Das können doch keine Vorbilder für Staatsbürger in Uniform sein. Dazu kommen Namenspatrone wie Admiral Lütjens, der kurz vor Kriegsende noch ein Ergebenheitstelegramm an Hitler schickte"

Helmut Prieß,

Oberstleutnant a.D., in "Neues Deutschland"