Wenn sich Wissenschaftler von Berufs wegen mit dem Sexualleben beschäftigen, ist Merkwürdiges nicht fern. Diesmal gibt es gleich zwei Neuigkeiten zu berichten. Die erste kommt aus Chicago: Wer viel studiert hat, bescheidet sich mit weniger Sex als andere. Zu dieser demotivierenden Schlußfolgerung kamen amerikanische Sexualstatistiker nach einer Befragung von mehr als 10 000 Erwachsenen. Der Befund: Männer und Frauen mit vollem Studium haben im Schnitt jährlich 52mal Geschlechtsverkehr, Amerikaner mit kürzerer Ausbildung brachten es dagegen auf 59- bis 61mal pro Jahr.

Die zweite Erkenntnis stammt aus Südwales: Sexuell rege Männer leben länger. Zehn Jahre lang wurde das Schicksal von 918 Testpersonen beobachtet. Ein Viertel von ihnen behauptete, es mindestens zweimal pro Woche zu treiben. Genauso viele erklärten, sie seien höchstens einmal im Monat sexuell aktiv. Doch offenbar hat Enthaltsamkeit keinerlei gesundheitlichen Wert: Während der Beobachtungszeit starben doppelt so viele Personen aus dem eher ruhigen Viertel wie aus dem der sexuell Aktiven.

Die Forscher ziehen sogar eine gesundheitspolitische Konsequenz: Sex solle zur Förderung der Gesundheit öffentlich angepriesen werden.

Akademiker haben also weniger Sex und sterben deshalb früher? Im Gegenteil: Sämtliche Statistiken bescheinigen Professoren, Anwälten und Ärzten im Schnitt eher eine höhere Lebenserwartung als Nichtakademikern.

Die neuen Studien bestätigen also vor allem eine alte Erfahrung: Trau keinem, der aus dem Bettkästchen plaudert.