Dieses Land ist im Umbruch. Ergraute, ausgepumpte Industrien verschwinden. An ihre Stelle treten blitzsaubere Dienstleister. Und Globalisierung, natürlich - fast vergessen.

Auch die Bürsten- und Pinselmacher - verdienstvolles, aber eben auch altes deutsches Handwerk - hätte es fast vom Markt gefegt. Verdrängt von Billig-Waren aus Asien und Osteuropa. Nur fünfzig überlebten. Früher haben deutsche Verbraucher eben pinseliger auf ihre Intimsphäre geachtet - und deshalb nur Zahnbürste und Rasierpinsel des Handwerkers von nebenan genommen.

Die letzten Bürsten- und Pinselmacher aber zeigen, daß ihre Zunft auch in Deutschland noch immer existieren kann. Sie haben sich auf die wenigen komplizierten Großaufträge spezialisiert - vor allem das "Großreinemachen" nach schmutzigen Vorstands-Wechseln oder Regierungs-Umstürzen. Renner der Saison: der "Einfalts-Pinsel" für diejenigen, die gehen müssen, und das Modell "neuer Besen" für die frische Mannschaft.