Jahrelang mußten sich die Konzernmanager immer denselben Witz anhören: "Ach von Siemens kommen Sie, das ist doch die Bank mit angeschlossenem Elektroladen."

Jetzt sind es die Münchner endgültig leid, sie machen Ernst. In der Konzernzentrale wird derzeit erwogen, beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen eine Banklizenz zu beantragen. Doch Sparkassen und Banken brauchen darob nicht gleich in Panik zu verfallen. Die Siemens-Bank wird weder die sechseinhalb Milliarden Mark flüssiger Mittel noch die dreimal so hohen Pensionsrückstellungen des Konzerns auf den Markt werfen. Und wer - gelockt von den neuerdings wieder kräftig sprudelnden Gewinnen - ein Konto bei Siemens eröffnen will, hat ebenfalls Pech. Das neue Institut soll nämlich lediglich das wachsende Leasinggeschäft der Münchner beim Absatz von Telephonanlagen oder Röntgengeräten abwickeln.

Heraus kommt nur ein Elektrokonzern mit angeschlossener Bank. Eigentlich schade, schon wieder ein guter Witz kaputt.