Asien strauchelt - und blickt hilfesuchend nach Tokio. Doch statt den Kontinent wieder aufzupeppeln, meldet Japan den Rücktritt seines Finanzministers: Hiroshi Mitsuzuka übernahm am Dienstag die Verantwortung für einen Bestechungsskandal in seinem Haus.

Vier Jahre lang ließen sich zwei seiner Spitzenbeamten von Bänkern in teure Etablissements ausführen. Im Tausch dafür verrieten sie ihren Gastgebern, wann wo die Bücher geprüft werden. So jedenfalls lautet der Verdacht - und die schnelle Demission Mitsuzukas zeigt, wie wenig Anlaß besteht, ihn anzuzweifeln.

Zu lange schon klagt die Finanzwelt über die bedenklich engen Bande zwischen Japans öffentlichen und privaten Institutionen. Erst in der vergangenen Woche wurden zwei ehemalige Angestellte eines großen Finanzhauses verhaftet auch sie sollen eine Behörde geschmiert haben. Japan, so scheint es, ist nicht Retter, sondern Symbol der asiatischen Misere.