Das ernste Gesicht von Club-Méditerranée-Chef Philippe Bourguignon paßte nicht zum sonnigen Image des Tourismusunternehmens. Doch der frühere Sanierer des Euro-Disney-Parks bei Paris, der seit knapp einem Jahr Frankreichs größten Betreiber von Urlaubsdörfern leitet, mußte schlechte Nachrichten verkünden. Der Club Med hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Minus von knapp 390 Millionen Mark beendet - das schlechteste Ergebnis in der gut vierzigjährigen Firmengeschichte. Die tiefroten Zahlen erklären sich aus 430 Millionen Mark Rückstellungen, aus denen die Sanierung des 20 000 Mitarbeiter starken Unternehmens mitfinanziert werden soll. Bourguignons Vorgänger Serge Trigano hatte die rund 120 Feriencamps an den schönsten Sonnenstränden der Welt verwahrlosen und unter das Niveau der Konkurrenten wie des deutschen Robinson Clubs oder der britischen Butlin's Holiday Camps sinken lassen. Nun sollen die Anlagen renoviert, die firmeneigene Billigmarke Club Aquarius aufgelöst und ihre 24 Dörfer auf Club-Med-Standard gebracht werden.

Geschätzte Sanierungskosten: mindestens 750 Millionen Mark. Die Gewerkschaften befürchten Entlassungen, was Bourguignon bislang dementiert.

Um drastische Einsparungen wird er freilich kaum herumkommen. Zu groß ist der Druck verärgerter Großaktionäre wie der italienischen Agnelli-Familie. wp