Johannes Wasmuth lebte in den sechziger Jahren - als die Initiative zum "Künstlerbahnhof" wirksam wurde - in Düsseldorf und arbeitete als ausgebildeter Handwerker. Nebenbei kümmerte er sich um Familien in Obdachlosenquartieren und besonders um deren Kinder. Es war seine Idee, Künstler für soziale Probleme zu interessieren. Für diese Arbeit suchte er Räume, die Platz boten. Auf dieser Suche - nicht für sein eigenes Zuhause - fand er den Bahnhof Rolandseck. Dieser als amtliches "Empfangsgebäude" obsolet gewordene Bau aus der Gründerzeit der Eisenbahn würde heute nicht mehr bestehen, wenn nicht Wasmuth mit seinem Plan vom Künstler- und Kulturzentrum eine neue Aufgabe für das schöne klassizistische Bauwerk gefunden hätte und wenn es ihm nicht gelungen wäre, die Entscheidungsträger für sein Projekt zu gewinnen.

Dr. Klaus Boisserée Düsseldorf