Potsdam

Brandenburg macht Schlagzeilen - leider auch mit Anschlägen einzelner auf Ausländer, die bei uns leben und arbeiten. Was wir in den Zeitungen lesen, was Bürger selbst miterleben, alarmiert uns. Fremdenfeindliche Übergriffe, verdeckte rassistische Einstellungen, die zur verstohlenen Sympathie mit Gewalttätern führen - jeder Anschlag ist ein Angriff auf uns alle, auf unsere Überzeugungen und Hoffnungen.

Dennoch bleibt Brandenburg ein offenes Land in Europa: Der Ausgleich mit unseren polnischen Nachbarn ist in der Verfassung verankert, und weit über 15 Millionen Polen reisen jährlich nach Brandenburg ein.

Über 30 000 Spätaussiedler und rund 3000 jüdische Zuwanderer fanden bei uns eine neue Heimat. Bürgerinnen und Bürger anderer europäischer Länder haben im Rahmen der EUweiten Freizügigkeit ihren Wohnsitz in Brandenburg genommen.

Insgesamt lebten 1997 rund 60 000 Ausländer bei uns, etwas mehr als zwei Prozent der Bevölkerung. Diese Zahlen zeigen, daß wir uns nicht verweigern.

Sie zeigen auch, daß die Zuwanderung unsere Kräfte nicht übersteigt.

Eine von zahlreichen Initiativen für eine erfolgreiche Integration ist das Friedensdorf Storkow. Deutsche und ausländische Familien wohnen hier als Nachbarn. Ein anderes Beispiel ist Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming. Hier leben rund 500 Brandenburger und ebenso viele Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion zusammen. Solche Projekte zeigen, daß Integration gelingt, wenn sie sich im Alltag bewährt.