Ab 1990 diente er Angela Merkel, der Ministerin für Frauen und Jugend, als Staatssekretär, bis 1992 CDU-Generalsekretär Volker Rühe Gerhard Stoltenberg als Verteidigungsminister ablöste. Hintze wurde zu Rühes Nachfolger bestellt.

Seither ist er, was er ist - den Linken dieser Republik ein schwarzes Tuch, den wahren Deutschen Bruder Baldrian.

Herr Hintze, darf ich Ihnen ganz kompakt die drei Ihrer Aktivitäten nennen, die mich besonders abgestoßen haben? Erstens diese zynische Rote-Socken-Kampagne, angeblich gegen die PDS, in Wahrheit zu ihrem Nutzen.

Jeder Ostler kann bemerken, daß hier die alte und die neue Staatspartei Arm in Arm die SPD zerdrücken. Zweitens Ihre billige Polemik zum zehnten Jahrestag des SPD-SED-Papiers, das doch 1987 in der DDR eine prima Zitiervorlage gegen das Honecker-Regime war. Und schließlich, was Sie im Oktober nach Günter Grass' Paulskirchenrede losgelassen haben: Grass sei intellektuell ... sei geistig auf dem Tiefpunkt ... Wie war die Formulierung?

Auf seinem intellektuellen Tiefststand angelangt, habe ich gesagt. Ja, seinem.

Was bedeutet Ihnen denn der Autor Günter Grass?

"Die Blechtrommel" habe er gelesen, spricht Hintze, und in der Schule "Katz und Maus". Grass sei literarisch nicht sein Mann. Aber nicht die Literatur habe er attackiert, sondern meinungsfreiheitlich jenem großen deutschen Schriftsteller widersprochen, der sich politisch nun schon den dritten Verstoß geleistet habe. Günter Grass, sagt Hintze, hat sich in sehr zweifelhaften Worten zum Prozeß der deutschen Einheit und zum Rohwedder-Mord geäußert. Und er hat nun zum dritten Mal, das heißt sehr bewußt, ähm, zugeschlagen. Wenn man Grass kommentarlos die deutsche Asylpraxis mit den Zuständen im "Dritten Reich" vergleichen läßt, dann wird das in der Welt für bare Münze aufgenommen.