Kaum daß Linienrichter vom Deutschen Fußball-Bund zu "Schiedsrichterassistenten" befördert wurden, zweifelt jetzt die Wissenschaft am Können der Herren von der Außenbahn. Weil sie zu weit vom Geschehen stehen, können die Fahnenschwenker gar nicht erkennen, ob ein Spieler sich nun im Abseits befindet oder nicht. Das menschliche Auge brauche schlichtweg zu lange, bevor es das Treiben vor dem Tor in voller Schärfe sieht, teilen Madrider Augenheilkundler und Mitarbeiter der Spanischen Königlichen Fußballföderation mit (Lancet, Bd. 351, S. 268). Nach ihren Berechnungen vergehen bis zu 300 Millisekunden, bevor Bilder von der äußeren Sehzone zur Sehgrube gelangen, also zu jenem Teil der Netzhaut, der am besten sieht und weil sie die Kicker in der äußeren Sehzone wahrnehmen, sind gerade Linienrichter von der Verzögerung betroffen. Im fraglichen Zeitraum können sich Stürmer und Verteidiger, die bei Ballabgabe noch auf gleicher Höhe waren, schon etwa 4,5 Meter voneinander entfernt haben.