Freudig begrüßt der Richter im Bremer Amtsgericht Klaus T., seinen alten Bekannten. Vor einigen Jahren hatte "Goldbarren-Klaus" seine Versicherung betrogen. Aus seiner Zigarrenkiste, so hatte er unzutreffend gemeldet, sei ein darin aufbewahrter Goldschatz verschwunden. Ins Gefängnis mußte er deshalb nicht, denn die Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zum Kummer seines Nachbarn Uwe Sch., der ihn damals angezeigt hatte, und zwar nicht zum ersten Mal.

Im April 1997 hatte Uwe Sch. sich vom ahnungslosen Klaus T. im Auto chauffieren lassen, nicht ohne zuvor die Polizei zu benachrichtigen, daß T.

eine Spritztour ohne Führerschein unternehmen wolle. Schon 1990 nämlich hatte T. seinen Führerschein abgeben müssen, nicht wegen Trunkenheit am Steuer, sondern weil er mit dem Auto Diebestouren durch Niedersachsen unternommen hatte. Prompt wurde der grüne VW Polo mit den beiden Herren gestoppt.

Doch Klaus T. konnte den Polizisten seinen alten Schein präsentieren, obwohl das gute Stück ja eigentlich im Straßenverkehrsamt liegen sollte. Angeklagt ist der 57jährige jetzt also folgerichtig nicht nur wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern auch wegen zweifachen Einbruchs in der Behörde. Bei der Gelegenheit soll er 1994 seinen Führerschein aus dem Gewahrsam befreit haben.

"Ja, ich hab' eine Sperre gehabt", gibt Klaus T. muffig zu. Keineswegs aber sei ihm 1990 der Führerschein abgenommen worden. "Mann, ich saß im Knast, da hatte ich andere Sorgen." Vielleicht habe man vergessen, das Papier einzuziehen.

Allerdings trug seine Fahrerlaubnis die klassischen Merkmale einer Entwertung: Das Papier war gelocht und zerschnitten, und an der Stelle des "Ungültig"-Stempels hatte reichlich Tintenkiller das Dokument verfärbt.

Warum? Das kann sich Klaus leicht erklären: "Der Lappen ist dreißig Jahre alt, der ist nicht mehr taufrisch."