Es ist schon alles gesagt worden - nur noch nicht von allen, soll einst Karl Valentin gesagt haben. Der Bundespräsident hat in seiner Rede am 5. November in Berlin alles gesagt, was man zur Bildungspolitik sagen kann. Der Beifall war noch nicht verklungen, als vielerorts die Studenten auf die Straße gingen - und sich dabei gern auf Herzogs Rede beriefen. Jetzt ist das Buch zu dieser Rede erschienen: "Aufbruch in der Bildungspolitik, Roman Herzogs Rede und 25 Antworten", als ob des Präsidenten Ansprache noch Fragen offengelassen hätte.

So hat denn hier auch jeder, von A wie (Helmut) Altner, dem Präsidenten der Studienstiftung des deutschen Volkes, bis St wie (Eva-Maria) Stange, der Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, (wieder) einmal niedergeschrieben, woran das Bildungswesen genesen soll. Der Leser ist nach der Lektüre immerhin um eine Einsicht reicher: Welch ein Irrtum, in der Bildungspolitik ist alles längst gesagt. Es gibt da allerdings, wie Roman Herzog anmerken würde, ein Vollzugsdefizit. Dabei hängt, wie der Artikel des Bundespräsidenten für die ZEIT auf dieser Seite in Erinnerung ruft, zwar manches am Geld, vieles aber am guten Willen und am Mut der Verantwortlichen.

Michael Rutz (Hrsg.): Aufbruch in der Bildungspolitik

Goldmann, München 1997

283 S., 14,90 DM