Georg Kofler, der erfolgsverwöhnte ProSieben-Chef, der im vergangenen Sommer seinen Sender an der Börse plazieren konnte, setzt nun noch einen drauf: Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Münchner Fernsehsender, nach Brutto-Werbeerlösen gerechnet, am Konkurrenten Sat.1 vorbeiziehen. Knapp 2,69 Milliarden Mark setzte der Spielfilmkanal um - ein Plus von über 14 Prozent.

Sat.1 kam auf 2,63 Milliarden. Unumstrittene Nummer eins unter den werbefinanzierten Sendern bleibt RTL. Mit 3,51 Milliarden Mark haben die Kölner ihre Position am Werbemarkt sogar noch ausgebaut. Dabei hatte RTL im vergangenen Jahr erneut Marktanteile am Zuschauermarkt verloren. Nur noch gut 16 Prozent aller Zuschauer schalteten sich im Schnitt bei RTL ein. Auch ProSieben war da nicht erfolgreicher: Seit Jahren dümpeln die Münchner unterhalb der 10-Prozent-Marke.

Der Grund für die Erfolge am Werbemarkt: Sowohl RTL als auch ProSieben konnten bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren besonders gut abschneiden, und das ist für die Werbewirtschaft die wichtigste Zielgruppe.

Geht es nach den Wünschen von ProSieben-Chef Kofler, dann soll die Reihenfolge auch in diesem Jahr so bleiben. Während die Massensender RTL und Sat.1 regelmäßig den öffentlich-rechtlichen Anstalten Tribut zahlen müssen, wenn diese große Sportereignisse - in diesem Jahr sind es die olympischen Winterspiele und die Fußball-WM - übertragen, zeigt sich ProSieben als Spielfilmanbieter da resistenter. gf