Die Benzinsteuer steigt in Großbritannien mittlerweile sogar um sechs Prozent (nicht fünf Prozent) pro Jahr. Dieser Anstieg ist eine der wenigen positiven umweltpolitischen Initiativen der neuen Labour-Regierung. Trotzdem taugt Großbritannien nur bedingt zum Vorbild im Verkehrssektor. Nach wie vor sterben 24 000 Leute jährlich an den Folgen von Verkehrsemission, wie die Regierung erst diese Woche bekanntgab. Und in stadtplanerischen Initiativen, die die Notwendigkeit der Autobenutzung einschränken, tut sich wenig auf der Insel. Im Gegenteil! Bis 2016 plant die Regierung, über 2,2 Millionen suburbane Häuser zu bauen. Diese werden nur mit dem Auto erreichbar sein.

Außerdem erlaubt die Regierung mehr Supermärkte am Rande der Städte als selbst die Konservativen. Deutschland sollte also auf jeden Fall die Benzinsteuer von Großbritannien abschauen. Um die Verkehrslawine zu bewältigen, muß aber viel mehr getan werden als bisher im Vereinigten Königreich.

Daniel Mittler, London