Ohne die Abwertung der Deutschen Mark an den internationalen Devisenbörsen sähe die derzeitige Wirtschaftslage in der Bundesrepublik deutlich düsterer aus. Die deutsche Wirtschaft ist traditionell in hohem Maße exportorientiert.

Jeder vierte Arbeitsplatz hängt, über alle Wirtschaftsbereiche gerechnet, direkt oder indirekt vom Verkauf deutscher Erzeugnisse im Ausland ab. Für die Entwicklung der Ausfuhren ist kaum ein anderes Datum so entscheidend wie der Wechselkurs der Mark.

Wird die heimische Währung international niedriger bewertet, werden deutsche Produkte im Ausland billiger und damit gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähiger. Besonders kräftig werden die Absatzchancen von Wirtschaftszweigen mit überdurchschnittlich hohen Exportquoten verbessert dazu zählen Paradebranchen wie die Automobilindustrie (Ausfuhranteil: 50 Prozent), der Maschinenbau (44 Prozent), die Chemieproduzenten (43 Prozent) sowie die Elektroindustrie (34 Prozent). In den ersten zehn Monaten 1997 sind die deutschen Ausfuhren um 12,6 Prozent gestiegen, der Exportüberschuß in der Handelsbilanz betrug 104,7 Milliarden Mark - 24,3 Milliarden mehr als im Jahr zuvor.