Am Pier stehen Asiaten. In Gruppen warten sie auf ihren Reiseführer, pflücken Postkarten aus den Souvenirständern und verschwinden noch kurz in einem Geschäft.

Die aus Neuseelandwolle gestrickten Pullover in der Mall sind teuer, die Boutiquen bezirzen ihre potentiellen Kunden in deren Muttersprache, auf japanisch das Zauberwort - immer noch englisch - heißt duty free. Weiter die Straße rauf liegen Fleecepullis in den Schaufenstern, und magische Anziehung übt ein einzelner Buchstabe aus, das i mit dem dicken Punkt. Im Fremdenverkehrsamt versuchen die Rucksacktouristen, sich mit ihrem Gepäck aus dem Weg zu gehen und dabei nicht die Informationsständer umzuwerfen. Bis sie zur Theke vorgedrungen sind, haben sie ein Bündel bunter Broschüren in der freien Hand.

Hinter der Bezeichnung information center verbirgt sich in Queenstown aber nicht nur das offizielle Verkehrsbüro, dahinter tarnen sich auch die Geschäftemacher in der Shotover Street. Haben die Queenstowner früher Gold aus dem Dreck gewaschen, so sieben sie heute die Touristen aus, bis bare Münze übrigbleibt. Und da kommt einiges zusammen. Denn so gut wie jeder Reisende muß durch die Stadt, weil sie Zwischenstopp ist auf dem Weg zur Westküstenstraße und zu den Fjorden im Süden.

Die Backpacker nehmen jede Party mit, bis sie pleite sind

Auf dem Highway 6 begleiten die Reisenden Gefühle von Einsamkeit und Weite, in Queenstown prallen sie auf die Wirklichkeit, wenn sich die Autos wie Waggons in einem Kopfbahnhof zusammenschieben. Gehupt wird nicht, Motoren brummen, bis Wendemanöver erledigt, Wege erfragt, Parkplätze gefunden sind.

Ankömmlingen ist das Tempo recht, weil sie im Vorbeifahren Aushängeschilder lesen wollen. Hotels, Motels, hostels jede Nacht nehmen es die 2500 Bewohner mit 15 000 Gästen auf - Verhältnisse wie in den alpinen Skidörfern Europas.

Nur, daß der Betrieb auch im Sommer läuft.