In dem Artikel werden Behauptungen wiedergegeben, in der deutschen Botschaft in Madrid würden Gäste schlecht behandelt und ein spanischer Gast sei angeblich "als unerwünschte Person aus der Botschaft geworfen worden".

Diese Behauptungen sind falsch. Meine Frau und ich bewirten in der Botschaft pro Jahr mehr als 7000 Personen. Uns macht das Spaß. Die Resonanz ist enorm.

Allerdings ist, schon aus Sicherheitsgründen und zur Wahrung des Hausrechts, bei größeren Empfängen eine Eingangskontrolle unerläßlich.

Beim Empfang zum 3. Oktober 1997 erschien neben circa 1500 eingeladenen Gästen uneingeladen eine Spanierin, Frau E. Sie war meinen Botschaftskollegen unbekannt, hatte seit Jahren keinerlei Kontakt mit der Botschaft und figurierte auf keiner Einladungsliste. Unter falschen Behauptungen passierte sie die Eingangskontrolle. Bei meiner Frau und mir angekommen, machte sie uns Vorhaltungen, warum sie nicht eingeladen worden sei. Nach einem kurzen Wortwechsel wurde sie gebeten, zu bleiben und sich etwas servieren zu lassen.

Frau E. nahm dieses Angebot nicht an und zog es vor zu gehen.

Frau E. ist nicht spanische amnestyinternational-Vorsitzende und bekleidet auch sonst in Spanien kein öffentliches Amt. Sie kam nicht mit dem pensionierten Vertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung, sondern allein. Diesen, der später - eingeladen - eintraf, hat niemand angebrüllt. Die mir zugeschriebene Äußerung über die Stiftung, deren Arbeit ich schätze und mit der die Botschaft gut zusammenarbeitet, habe ich nicht gemacht. Mein Gespräch mit Frau E. hatte außer meiner Frau keine Zeugen. Die "verschiedenen Berichte" von "Teilnehmern" können sich nicht auf dieses Gespräch beziehen.

Der Leser muß wissen, daß ich gegen die Wirtschaftswoche eine einstweilige Verfügung erwirkt habe, die das Blatt daran hindert, unwahre Behauptungen zu wiederholen. Ich bin erstaunt, daß Ihre Zeitung, im Sinne einer vollständigen Recherche, bei mir nicht nachgefragt hat.