Daß auch eine erfolgreich verlaufende Sanierung längst keine Garantie mehr für Arbeitsplätze bedeutet, diese Lektion müssen derzeit die Italiener lernen. Vor Jahresfrist hat der angelsächsische Finanzier Edward Gottesmann von Olivetti die verlustreiche PC-Produktion übernommen und in ein neu gegründetes Unternehmen Piedmont International eingebracht. Das soll schon in diesem Jahr eine ausgeglichene Bilanz vorlegen. Dennoch überlegt sich Gottesmann, die Produktion und damit die verbliebenen 800 Arbeitsplätze von Norditalien nach Irland zu verlagern - der Subventionen wegen. Auf der Grünen Insel locken immerhin bis zu eine Million Mark für je einen neu geschaffenen Arbeitsplatz. Kampflos aber will die römische Regierung die drohende Abwanderung des einzigen italienischen PC-Herstellers nicht hinnehmen.

Deshalb wird in Rom intensiv darüber nachgedacht, mit welchen zusätzlichen staatlichen Hilfen man das irische Angebot überbieten kann. Dazu könnten öffentliche Aufträge genauso wie ein staatliches Engagement beim PC-Hersteller gehören. Auch eine Beteiligung am größten italienischen Softwareunternehmen Finsiel SpA, das der Telecom Italia gehört, könnte Gottesmann vom Umzug auf die Grüne Insel vielleicht noch abhalten - es lebe der europäische Subventionswettlauf.