In Großbritannien werden die Programmierer knapp: Bergen von Computern muß der sogenannte Jahrtausendfehler (millennium bug) ausgetrieben werden, andere werden hektisch auf den Umgang mit dem Euro getrimmt, an den auf der Insel vor kurzem noch keiner glaubte. Die britische Rekrutierungsgesellschaft CRT Group lockt in diesen Tagen Tausende Bewerber aus fremden Branchen an die Bildschirme - Briefträger, Laboranten und Fitneß-Trainer. "Wir haben immer geglaubt, daß Einstellung und Anpassungsbereitschaft die Schlüsselqualifikationen sind", meint der CRT-Chef Karl Chapman. Seine Konkurrenz beim Rekrutierungsbüro Elan Computing ist weniger optimistisch.

Sie hat gerade die häufigsten Kündigungsgründe für Ersatzprogrammierer zusammengestellt: 89 Prozent hatten keine Ahnung, 84 Prozent waren faul, 36 Prozent kamen betrunken zur Arbeit oder grapschten an der weiblichen Belegschaft herum. Die unerlaubte Ausleihe und anschließende Demolierung des Chefautos oder der nebenberufliche Betrieb einer Begleitagentur per Firmentelephon gehörten zu den exotischeren Kündigungsgründen. Geplagte Chefs sind bestimmt froh, daß Programmieren bald eine Kunst von gestern ist: Branchenexperten glauben, daß sich die Computer in ein paar Jahren selber programmieren.