Vandalismus in Bayern! Eines der schönsten und tiefsten Kunstwerke in der Kunststadt München soll am Sonntag per Volksentscheid vernichtet werden: Bayerns zweite Kammer, der Senat. Niemand wisse, was die Mumienbande da eigentlich treibe, lärmen die Gegner (SPD natürlich und die Grünen!), alles bloß Kungelei, Lobby, Seniorenbeirat. Schlanker Staat ohne Senat, höhnen sie und camouflieren ihre herostrative Kampagne mit bürgerlicher Sorge um die Demokratie. Traurig! Nichts als der blanke, trübe Haß auf die Avantgarde.

Nichts als der barbarische Affekt gegen ein bundesweit einmaliges, vital vibrierendes Werk des Parliamentary Postpop. Denn nur das ist der bayerische Senat: eines der schönsten Beispiele entgrenzter Kunstmöglichkeit auf dem neuentdeckten Feld des Altpolitischen, Schnarch-Art, virtuell, verschattet, sublim - übrigens längst schon nominiert für die nächste documenta in Kassel.

Neun Millionen koste der Senat den Steuerzahler jährlich, grölen die Vandalen. Na und? Wieviel zahlen diese Provinzler denn selber kunstfördernd für all die Stahlwürste und Bronzehaufen, die Bayerns Parks und Plätze epigonal verwarzen? Volk der Bayern, Volk der Kunst - rette den Senat!