Zu welch kuriosen Formen die Religionskulte zweier Kontinente verschmelzen können, zeigt das Berliner Haus der Kulturen der Welt anhand von fünfzehn afro-amerikanischen Altären. Die Ausstellung "Face of the Gods", Antlitz der Götter, wurde vom Museum for African Art in New York konzipiert.

Einige ihrer Stücke sind historische Rekonstruktionen, andere wurden von zeitgenössischen Künstlern gestaltet und nachträglich von schwarzen Priestern geweiht. Da hängt ein Kruzifix über einem Sammelsurium aus Perlenketten, Holzfiguren und Havannazigarren, gemeint ist jedoch nicht Jesus, sondern der höchste Kongoheilige. In dem abgebildeten brasilianischen Schrein meditiert König Pai Manuel zwar in der klassischen Sitzhaltung, die Reinheit seines Geistes symbolisieren aber drei christliche Kreuze. Die Nachfahren der nach Amerika verschleppten Sklaven mußten ihren Glauben improvisieren. Wie sie ihn noch heute praktizieren, kann man sich zwischen 11 und 18 Uhr (montags geschlossen) bis zum 15. März anschauen im Haus der Kulturen der Welt (John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin, Tel. 030/397 87-0). Der Eintritt beträgt sechs Mark.