Da haben sich die Deutschen ja einen richtigen Spielverderber ausgeguckt.

Wie haben die Regierenden in Bonn ihren Kandidaten für das Präsidentenamt der Europäischen Zentralbank, den Niederländer Wim Duisenberg, gelobt: Keiner könne wie er die Stabilität des Euro garantieren, liege er doch ganz auf der Linie der Bundesbank. Duisenberg wurde geradezu zum Symbol für die unabhängige Zentralbank.

Und was tut der Undankbare nun? Er verzichtet einfach nicht im Vorwege auf die zweite Hälfte seiner Amtszeit. Dabei hatten sich die Bonner eine feine Strategie zur Konfliktvermeidung ausgedacht, nachdem die Franzosen ihrerseits den Landsmann Jean-Claude Trichet nominierten: Die erste Hälfte der achtjährigen Amtsperiode darf Duisenberg, die zweite Trichet dienen. Schön, unabhängig sollte der Präsident schon sein - aber ein bißchen weniger, das wäre noch viel schöner.