Ich finde es unerträglich, daß Sie diesem bescheidenen, wohl satirisch gemeinten Kabinettstück eine ganze Seite Raum geben. Ich glaube, daß eine große Zahl von Arbeitslosen um einiges schlechter dran ist als der von lauter inkompetenten Mitarbeitern des Arbeitsamtes umgebene, bisher wohlbehütete Wissenschaftler.

Martina Nonner, Stuttgart

Der Beitrag trieft vor Selbstmitleid. Die Vermutung des Autors, als "West"-Wissenschaftler sei er heute wohl nicht arbeitsstellenlos, geht an der Wirklichkeit vorbei. Als "West"-Wissenschaftler hätte er es höchstwahrscheinlich gar nicht auf eine zwanzigjährige Berufstätigkeit gebracht! Er möge sich doch bitte einmal umsehen, wie viele "West"-Akademiker arbeitslos sind, weil ihre Zeitverträge irgendwann nicht mehr verlängert wurden, beziehungsweise wie viele "West"-Akademiker gar nicht erst die Chance erhalten, einen ihrer Ausbildung entsprechenden Beruf zu ergreifen!

Dagmar Pfannkuch Göttingen

Bei der Verwaltung von bald fünf Millionen Arbeitslosen kann es in seltenen Fällen passieren, daß ein Althistoriker, Mykenologe und Schliemann-Forscher in seiner Menschenwürde verletzt wird, weil man ihn zu einer unpassenden Fortbildung abkommandiert. Auch ich gehörte einmal zu der Herde von 900 akademischen Karteischäfchen eines Arbeitsberaters. Ich konnte noch ausreißen, bevor ich 25 000 Mark Kosten für einen Trend-Kurs verursacht hätte (vor zehn Jahren war's Kommunikationsprogrammierer, heute PR-Berater, Multimedia-Screendesigner). Ich empfehle Reinhard Witte, bei seinem Arbeitsberater einen Antrag auf Überbrückungsgeld zu stellen und sich selbständig zu machen. Das Zeug dazu hat er.

Uwe Janssen Schwäbisch Gmünd

Leider kann ich mich als "Arbeitsstellenloser" nur indirekt an den Kollegen Witte wenden. Es gäbe nämlich vieles zu sagen und einiges an Erfahrungen auszutauschen. Trotzdem in aller Kürze: