Wie jeder Zugbegleiter weiß, ist unser Soziologe Ulrich Beck der Erfinder der Originalen Zweiten Moderne. Das ist eine Moderne, die ihren Sozialstaat nicht mehr bezahlen kann und deshalb ganz viel Auslauf auf der freien Wildbahn braucht, damit sich Hase und Igel naturgemäß wieder gute Nacht sagen können. Aber auch sonst wohnt Ulrich Beck wie der gleichnamige ICE am "Starnberger See", überm Wasser blau die Wolken ziehn. Schön war der Frieden am Jägerzaun, aber nun ist er hin für lange. Denn im Herzen von Berlin hat der Soziologe Richard Münch die Originale Dritte Moderne ausgerufen, ohne Beck am See zu fragen, ob seine Zweite so weit verendet sei, um für 29,80 DM als Suhrkamptaschenbuchwissenschaft wiederaufzuerstehen.

Was soll man sagen? Eklat bei Suhrkamp. Beck zählt bis drei. Siegfried "Goethe" Unseld läßt zählen. Dritte Moderne als erster Aufguß der Zweiten? "Habermas fragen." Sofort befiehlt Frankfurts Oberbürgermeisterin ("Petra Peinlich"), "diesen Münch", den sie spontan mit Hans Mommsen verwechselt, auszuladen, um die Paulskirche an die Beck-Brauerei auszuleihen.

Winterreise nach Starnberg. Beck fährt auf weißer Wiese mit sich selber Schlitten. Münch? Dritte Moderne? "Davon geht die Welt nicht unter. Münchs Dritte Moderne ist bloß der riskante Eigenanteil meiner höchstpersönlichen Zweiten Moderne. Wie der Socken im Schuh, der auch alleine laufen könnte." Alles klar? Und tschüs.

Fahrt zurück. ICE "Starnberger See". Der Socken als Wille und Vorstellung des Schuhs? Wessen Socken als Dritte Moderne? Oder Postmoderne? Beck, Ulrich. Barfuß im Regen. Im persönlichen Nullzustand verteilt der Zwei-Sterne-Schaffner die erste Zugzeitung. "An die Arbeit!" "Zeugen statt Züchten!" "Die Nazis im Nacken!" Endlich. Die Dritte Moderne. "Wir begrüßen Sie gern." Noch mehr Nebel. Wo bleibt Beck? Viel Weißraum. Dann Finis

Finis