die zeit: Mister Green, können Sie uns erklären, warum ein Brite mit 1229 Sachen durch die amerikanische Wüste braust?

Andy Green: Wir wollten die ersten sein, die mit einem Bodenfahrzeug Überschall fahren. Kennen Sie den Piloten Chamberlain?

zeit: Nein.

Green: Chamberlain überquerte als zweiter im Flugzeug den Atlantik. Er flog bis nach Berlin und landete mitten in der Nacht. Das war eine beeindruckende navigatorische Leistung - aber niemand hat jemals wieder etwas von ihm gehört. Er kam eine Woche zu spät, Lindbergh hatte es schon getan. Chuck Yeager wagte als erster einen Überschallflug in der Bell X-1. Wer aber war der zweite? So ist das eben. Wir wollten einfach die ersten mit einem Überschallauto sein.

zeit: Bei Autos investieren die Hersteller in Sicherheit, Emissionsverringerung, Senkung des Benzinverbrauchs, aber nicht in die Erhöhung der Geschwindigkeit. Ist Ihr Projekt überhaupt noch zeitgemäß?

Green: Was die Emissionen angeht, haben Sie recht. Mit einem Verbrauch von 16 Liter Kerosin in der Sekunde ist Thrust SSC - wie ein Kampfflugzeug auch nicht gerade ein effizientes Vehikel. Aber was die Sicherheit betrifft: Da haben wir nichts unversucht gelassen. Unser erstes Ziel war, ein sicheres Auto zu bauen, unser zweites Ziel, ein schnelles.

Wenn man die Sinnfrage stellt, kann man genausogut über den Zweck der Himalaya-Besteigung nachdenken. Oder den Flug von Lindbergh. Der hatte keine dringende Verabredung auf der anderen Seite des Atlaniks. Er hatte nicht mal Post an Bord. Er flog, um zu beweisen, daß man es tun kann. Aus dem gleichen Grund haben wir die Schallmauer durchbrochen - und dabei Sicherheitstechnologien entwickelt, die für andere Anwendungen nützlich sein können.