Derzeit steht die Partie glatt 3 : 0 - für das Bundeskartellamt. Die Berliner Behörde setzte sich mit ihrem Verbot der zentralen Vermarktung von Europa- und Uefa-Cup-Spielen der Bundesligavereine gegen den Deutschen Fußballbund (DFB) bis zum Bundesgerichtshof durch - ein Volltreffer. Dann wehrte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt einen Vorstoß der Fußballfunktionäre ab, die Fußballgeschäfte zum Ausnahmentatbestand im Kartellgesetz zu machen, das derzeit novelliert und noch vor der Wahl zum Bundestag verabschiedet werden soll.

Der dritte Treffer kann dagegen als Eigentor von DFB-Präsident Egidius Braun betrachtet werden. Denn der oberste Fußballer mochte die Vorlagen von Wirtschaftsminister und Wettbewerbshütern, die sehr wohl dessen Sorge um die Zukunft von Jugend- und Amateurspielern ernst nehmen, bisher nicht aufnehmen: Nicht über die Fernsehgelder, mit denen der DFB bisher diese Bereiche gefüttert hat, sondern über eine Abgabepflicht der Lizenzvereine könnte künftig ein Finanzausgleich zwischen Arm und Reich, zwischen Proficlubs und Amateuren, erreicht werden.

Doch der Präsident mauert. Er möchte an den altvertrauten Spielregeln festhalten, die dem Verband Macht und Einfluß sichern. Und nicht einmal ein Sturmlauf von Bundeskanzler Helmut Kohl, den Braun schon für seine Sache gewonnen hat, dürfte dem DFB Punkte bringen. Denn diesen gewichtigen Angriff wird mit Sicherheit der Brüsseler Wettbewerbskommissar Karel Van Miert abwehren.