Wann wird das magazin geliftet??!! Früher aktuell, vielseitig. Hefte, die ich seit den frühen Siebzigern gesammelt habe und die mir ein Bild der zurückliegenden Jahrzehnte vermitteln. Heute langweilig, überzogene Themen wie "das schlappe Elend", seit Jahr und Tag der unselige Pfarr. Wenigstens ist Siebeck immer noch da.
Dieter Kespohl, Wertingen

Als ZEIT-Abonnentin seit vielen Jahren möchte ich Ihnen zu der außerordentlich gelungenen Neugestaltung des Erscheinungsbildes ganz herzlich gratulieren! Sie können sich meiner Treue sicher sein.
Dagmar Giffey, Aachen

Voller Entsetzen habe ich die ZEIT geschändet, am Boden liegend, gefunden, einem heimtückischen Anschlag zum Opfer gefallen. Nur mühsam gelingt es mir noch, mich auf die Texte zu konzentrieren, immer wieder abgelenkt durch das unruhige Raumbild, flankiert von gähnender weißer Leere, durchsetzt von aufdringlichen Farbklecksen, wenig anregenden Abbildungen, massiven, simplifizierenden Überschriften, unnötigen Einschiebseln. Zwar wird man sich mit der Zeit an das unselige neue Gewand gewöhnen, aber Freude wird nicht aufkommen.
Dr. Peter Scharfe, Dresden

Ich gratuliere zum neuen Gewand, vor allem zur wiedergewonnenen Grundschrift Garamond und zum weißen Raum als Ordnungsprinzip. Die etwas betulich gewordene "Dame" unter den Wochenblättern ist nun auf einmal wieder urbaner, beschwingter. Schade, daß eine so praktische Seite wie "Programme deutscher Bühnen" von der Renovierung ausgenommen ist. Dazu empfehle ich, mal beim Londoner Independent zu spicken, wie dort The List sagenhaft übersichtlich "designt" ist.
Georg Siebeck Tübingen

Nein, ich möchte kein verstaubter Betonkopf sein, bin doch noch keine dreißig Jahre alt, und habe mir deshalb vorgenommen, den Anbruch der neuen ZEIT nicht zu verteufeln, sondern zu versuchen gutzuheißen als ein neues und notwendiges Kapitel. Ich hätte, ach, so gern wieder kleinere Buchstaben und in den seitlichen Rubriken wieder eng zusammengerückt, daß die Augen nicht durch die Wörter hindurchsehen können. Ich mag auch keinen Raum für Notizen neben der Überschrift der einzelnen Bücher haben, die ich von nun an auch ohne Brille lesen kann. Doch wofür? Nein, rufe nicht aus, es solle alles so werden, wie es einmal gewesen ist, sondern sacke weiter unglücklich über den Lauf der Zeit in mich zusammen und stelle leise die Frage, ob man dieses neue Gewand nicht hätte in Verwahrung halten können für wenn ich tot bin.
Sebastian Pauls Braunschweig

Nimmt man ein altes, geliebtes Buch aus dem Regal, pustet man zunächst vorsichtig den Staub von ihm ab. Ein ähnliches Gefühl habe ich beim Anblick der neugestalteten ZEIT. Wohl wissend, welchen Stellenwert die Zeitung noch immer hat, haben die Verantwortlichen mit viel Überlegung und aller gebotenen Umsicht den alten Lack abgekratzt - geblieben ist die alte, vertraute ZEIT, verpackt in einem sehr ansehnlichen, edlen Gewand, hinter das zu schauen mehr Vergnügen bereitet als zuletzt. Die Texte sind augenfreundlicher, die Gesamtpräsentation ist übersichtlicher geworden. Glückwunsch!
Torben Rosenbohm Oldenburg

Ihr "verjüngtes" Erscheinungsbild mag ich als langjährige Leserin ganz und gar nicht. Die riesigen Überschriften sind aufdringlich, tun dem Auge weh und verletzen das ästhethische Empfinden.
Gisela Ruge, Hamburg

Früher waren für mich die ersten Seiten der ZEIT richtungsweisend. Alles nur Nostalgie?
Josef Hanauer, Karlsruhe

Gegenüber dem Absinken einer Zeitung auf das niedrigste bisher erreichte Niveau in Inhalt, Gesinnung, Form und Umfang gibt es nur ein Argument, das vom Verleger und von der Redaktion verstanden wird: Die Zeitung nicht mehr kaufen.
Dr. August Kayser Berlin

Ich bin seit über dreißig Jahren Abonnent Ihres Blattes und gehöre somit zu jenem angeblich konservativen Leserkreis, den Sie nicht verprellen wollen, wenn Sie sich daranmachen, mit einem neuen Layout neue Leser zu gewinnen. Um Ihre Befürchtungen gleich zu zerstreuen: So wichtig ist mir das Äußere einer Zeitung nicht, daß ich meine Entscheidung, sie weiter zu lesen, davon abhängig mache. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich manchmal überlegt, Ihr Blatt abzubestellen. Dazu trugen vor allem die "Erbauungs-Aufsätze" Ihres Verlegers Bucerius bei, der mal lieber bei seinen - kaufmännischen - Leisten hätte bleiben sollen.

Die neue Einteilung der "Bücher" finde ich, einschließlich der zweifarbigen Titelgestaltung, gelungen. Ich frage mich nur, warum das Bremer Wappen so inflationär verwendet werden muß. Auch das umfangreiche Inhaltsverzeichnis ist für mich ein Gewinn. Sehr kritisch bewerte ich aber die geradezu inflationär verwendete Typographie aus verschiedenen Schriftarten, insbesondere ihr Wechsel in einer Zeile. Dazu gehört auch die gleichzeitige Verwendung von fetten und mageren Typen in einer Zeile, der Einsatz der Versalschrift sowie von Schriftarten mit Kapitälchen. Ich bin kein Designer, mich wundert aber, daß der ungehemmte Gebrauch aller Möglichkeiten, die der Computer hergibt, offensichtlich als State of the art gilt.
Ernst Neubronner Bad Homburg