Kaum haben die Gäste die Lobby betreten, schon stürzt die Concierge auf sie zu, strahlend, als hätte sie soeben den Jackpot im Lotto geknackt. Ein ums andere Mal begrüßt sie die Neuankömmlinge, kann ihre Freude kaum bändigen, sie endlich wiederzusehen. Der Page entreißt ihnen fast das Gepäck, sich immer wieder vergewissernd, ob sie auch eine angenehme Anreise hatten.

Beim Abendessen eilt flugs der Küchenchef herbei und drückt ihnen innig die Hand, wie man es tut unter guten alten Freunden. Sie sind willkommen.

So vielleicht hätte er's gern, Herr Minoru Tominaga, seines Zeichens japanischer Bestsellerautor. Statt dessen registriert er mürrisches und unfreundliches Personal in Deutschlands Tourismusbetrieben. Das wiederum verstört den japanischen Gast so sehr, daß er kein zweites Mal wiederkommt.

Schon mal nicht gut für den Tourismusstandort Deutschland.

Zugegeben, ein bißchen können wir unsere Besucher aus Nippon ja verstehen.

Wie oft ist es uns selbst schon widerfahren: morgens die unausgeschlafenen Mädchen, die so lustlos den Kaffee servieren, als wäre es härteste Sklavenarbeit. Oder bei der Abreise die nachgerade schon stewardessenkühlen Damen an der Rezeption, die sich fast belästigt fühlen, wenn man sie anspricht, um nach der Rechnung zu fragen.

Aber nun malen wir es uns doch einmal aus: ein kräftiger Willkommensjodler vor der bayerischen Pension ein Begrüßungsköm, Schulterklopfen und ein tiefes, von Herzen kommendes Lachen, wenn wir den Schlüssel für die Ferienwohnung an der Ostsee holen ein Sommelier, der sich uns weiterhin freundlich und beflissen zuwendet, auch wenn wir gerade den Wein bestellt haben, der ihm so gar nicht passend scheint.