Als König, dessen Abdankung sein Land 1936 in eine Krise stürzte, war der britische Royal Edward VIII. eine eher peinliche Figur. Kurz vor Ausbruch des Krieges etwa ließ er sich mit Adolf Hitler zusammen photographieren und umgab sich überhaupt zeit seines Lebens mit den unpassendsten Menschen. Sein Vater bemerkte dazu: "Mein Sohn hat keinen einzigen Freund, den man als Gentleman bezeichnen könnte."

Erfolgreicher hat sich der Duke of Windsor als Wegbereiter und Übergangsfigur der Herrenmode profiliert. Modehistoriker tragen deshalb Trauer, wenn in der am 19. Februar bei Sotheby's in New York beginnenden neuntägigen Auktion 40 000 Objekte von Wallis und Edward versteigert werden. Die Garderobe des Herzogs, die nun in fremde Schränke in aller Herren Länder wandern wird, dokumentiert schließlich die wichtigsten Stil-Entwicklungen der Mode zwischen 1920 und 1970.

Als junger Prince of Wales machte Edward alle frischen Modetorheiten begeistert mit und verlieh ihnen so die Legitimität, die sie brauchten, um von eleganten Zeitgenossen übernommen zu werden. In seiner modischen Autobiographie ("A Family Album") schreibt der Herzog: "Mein ganzes Leben lang versuchte ich gegen diese Beschränkungen der Kleidung zu revoltieren, in denen sich die Welt meiner Familie und deren strenge, gesellschaftliche Konvention spiegelten. Sobald ich allein war, war es mein erster Impuls, mein Jackett abzulegen, meine Krawatte loszubinden, meinen Kragen zu lockern und meine Ärmel hochzurollen - eine Geste, mit der ich nicht nur nach Komfort, sondern in einem mehr symbolischen Sinn auch nach Freiheit strebte." Eine subversive Rolle, die Edward nur halb bewußt spielte.

Die Knopfstiefel, engen Hosen und steifen Kragen seines Vaters verachtete er.

Sein Stil: weiche, angenähte Hemdkragen, Pullover für Sport und Freizeit, leichte Safari-Anzüge, weite Hosen mit Bundfalten und Aufschlägen, Reißverschlüsse statt Knöpfe. Als einer der ersten zeigte er sich Anfang der dreißiger Jahre in ungefütterten, weich fallenden Sportjacketts.

Ein Blick in Edwards penibel aufgeräumten Kleiderschrank beweist: Für sein persönliches Erscheinungsbild scheute der Mann weder Aufwand noch Kosten.

Stets beschäftigte er die besten Schneider und erwartete von seinen Anzügen, daß sie es ein Leben lang mit ihm aushielten. Die meisten richteten sich danach.