Trendforscher und andere Zeitgenossen mit Gespür für veränderte Grundströmungen in der Gesellschaft haben das Ballermann-Phänomen von Anfang an zu Recht ernst genommen. Der kontinuierliche Bierkonsum ohne verbrauchssenkende Pausen, wie er in der berühmt-berüchtigten Teutonenkneipe auf Mallorca vielleicht nicht erfunden, aber doch bis zur heutigen Perfektion fortentwickelt wurde, muß nämlich als Frühindikator für eine neue Maxime der Urlaubsreisenden gelten: Die auf Ferientrips zur Verfügung stehenden Tage werden intensiver als früher genutzt, um so auf dieselbe Summe von Genuß zu kommen. Zwar haben immer mehr Deutsche - Arbeitslose und Rentner an der Spitze - Freizeit in Hülle und Fülle, doch weil nun nicht nur die Arbeitsprozesse, sondern auch die Brieftaschen leaner sind, fällt die Ferienreise kürzer aus als gewohnt. Fünfzehn Tage buchen die Deutschen nur noch, aber fünfzehn Tage Ballermann bringen's. Wieder zu Hause, kommt es manchem glatt doppelt so lang vor.