Wo "sitzen alle im selben Boot", bringen Dinge "auf einen Nenner" oder teilen Schläge "aus dem Wurstkessel des Grundgesetzes" aus? Richtig, im Deutschen Bundestag. Dort hat Stephan Elspaß die "Phraseologie in der politischen Rede" aufs Korn genommen (Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 1998 319 S., 58,- DM).

Sein Buch kommt passend zum Wahljahr, doch leider ist Elspaß kein Kabarettist, sondern Sprachforscher, und den parlamentarischen Worthülsen nähert er sich mit hohem wissenschaftlichen Ernst. So lernen wir, daß ein Phraseologismus ein "reproduzierbares lexikalisches Sprachzeichen" ist, "das aus mehreren Wörtern besteht" und daß knapp ein Zehntel der Sprache in den Debattenreden "phraseologisch gebunden" sei, was "einem mittleren Phraseologisierungsgrad" entspreche. 132 Redner hat Elspaß analysiert und 5775 Phrasen-Belege archiviert, die er auf CD-ROM mitliefert. Nur eines fehlt in Elspaß' Dissertation: Die Angabe, wie hoch der Phraseologisierungsgrad seiner eigenen linguistischen Wissenschaftssprache ist.