Bis Ende des Jahres darf sich Schwedens Metropole Europäische Kulturhauptstadt nennen. Ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen wird erwartet. Zugleich hoffen die Schweden auf mehr Beachtung ihrer Landeskultur.

Mehrere tausend multikulturelle Veranstaltungen sind geplant. Es gibt Wikingerausstellungen und -paraden, ein Oldtimer-Bootsfestival und den Stockholm-Marathon. Außerdem sind Strindberg-Aufführungen vorgesehen sowie sommerliche Jazz- und Folkmusik vom Siljan-See.

Darüber hinaus werden neue schwedische Opernproduktionen vorgestellt. Sieben Komponisten schrieben die Musik für sieben Uraufführungen, unter anderem Sven-David Sandström und Katarina Frostensson für ihre Oper "Die Stadt" - Weltpremiere am 30. August in der Königlichen Oper. Dort wird auch Mozarts "Don Giovanni" vom 1. bis zum 15. August in einer Inszenierung von Peter Brook gegeben.

Von Ende Februar bis Ende Mai präsentiert das Stockholmer Nationalmuseum die kulturhistorische Ausstellung "Skandinavien und Deutschland 1800-1914", und von Ende April bis September läuft "Die Zeitmaschine". Im Großbildformat kann man Stockholms Menschen und ihre Lebensart um die Jahrhundertwende erleben.

Als Höhepunkt ist für den 14. Februar die Einweihung des Neubaus des Modernen Museums (Moderna Museet) auf der Stadtinsel Skeppsholmen angekündigt.

Entworfen vom spanischen Architekten Rafael Moneo, werden dort erlesene Sammlungen moderner Kunst in Europa präsentiert - so das Werk Joan Mirós vom 9. Mai bis zum 30. August.

Abgesehen von den ziemlich hohen Hotel- und Pensionspreisen in Stockholm und Umgebung, für die Kultur muß man ebenfalls tief ins Portemonnaie greifen: So kostet etwa die Stockholmskortet, die freien Eintritt in die siebzig Museen bietet und mit der man öffentliche Nahverkehrsmittel benutzen kann, für 24 Stunden circa 45 Mark wer sie drei Tage beansprucht, muß immerhin etwa 113 Mark berappen.