die zeit: Sie sind Amerikaner, Computerexperte, haben am MIT in Boston studiert. In Istanbul, Chicago und Gelsenkirchen haben Sie Informatik unterrichtet. Sie waren Computerspezialist bei einem Elektronikkonzern in Hamburg, schließlich Abteilungsleiter einer Großbank. 1990 wurden Sie dann Altenpfleger. Warum?

Glen Pate: Dreißig Jahre Umgang vorwiegend mit mathematischen Formalismen waren genug ich fürchtete zu verblöden. Und ich sehnte mich nach dem Gefühl, etwas Nützliches zu tun.

zeit: Das Ende einer Karriere?

Pate: Mit Karriere hatte das alles nichts zu tun. Ich habe gelernt, was mich interessierte, und darauf vertraut, irgendwie mein Brot zu verdienen. Mir war immer wichtig, nie von einem höheren Einkommen abhängig zu werden. Ich brauche keine Güter, über die weder Königin Victoria noch Rockefeller der Ältere verfügten.

zeit: Was raten Sie Berufsanfängern?

Pate: Interessante Aufgaben zu finden sollte für Leser der ZEIT kein Problem sein. Schwierig wird es, wenn man auch erwachsen werden will, also die Verantwortung für das, was man tut und läßt, persönlich trägt, anstatt sie an ein System abzugeben, dem man sich als Bestandteil eingegliedert hat. Man sollte vor allem Dinge lernen, die einem selbst und den Freunden auch ohne Vermittlung von Geld fürs Leben nützlich sein können.

zeit: Nach sechs Jahren Altenpflege war wieder Schluß. Warum?