Crab ist ein Slangwort für einen Schmarotzer an den Schamteilen."

Wie oben James Joyce, trocken und ganz bei der Sache, Buchhalter seines Werks, an seinen ersten deutschen Übersetzer, Poststempel 25. Juli 1927 aus Paris. Die Übertragung vom "Ulysses", bis zu der Hans Wollschlägers fast fünfzig Jahre später konkurrenzlos in der deutschen Sprache, hatte nicht nur Andacht und Jubel im Gefolge, sondern ebenso den Schaum und die Ranküne Arno Schmidts, des bitteren Enthusiasten, arm wie eine Kirchenmaus mit Namen James und auch so rest- und randlos in sein Werk vertieft. "Liebe Mutter", schrieb Joyce vor 95 Jahren an seine Mutter in Dublin, "ich sehe zu, daß ich so viel wie möglich esse, da Synge mir sagte, sein Fasten hätte ihn dreißig Pfund für eine Operation gekostet." In der noch kargen deutschen Nachkriegszeit rechnete dann Arno Schmidt dem Übersetzer Georg Goyert seine Fehler vor - daß der den crab zur Filzlaus machte, war da noch läßlich. "Eine oberflächliche, einwöchige Durchsicht ergab beiläufig 500 solcher Schnitzer, wie ich hier kaum dreißig aufgeführt habe; eine sorgfältige Kritik aller Abgeschmacktheiten, aller Verworrenheiten und Mißverständnisse würde, bei vorsichtiger Extrapolation (die in der Mathematik freilich verpönt ist, who should know but I) etwa dreitausend solcher Schäkereien ermitteln können ich bin mir ja nichts weniger als sicher, daß ich mit meinen 500 nun schon die haarsträubendsten Fehler gefunden hätte; da mögen noch ganz andere Kleinode im Boden schlummern!

Resümee: Was uns im Augenblick als Ulysses des James Joyce vorgesetzt wird, ist - ich weiß, was ich sage, ,ich kenn' es wohl; so klingt das ganze Buch; ich habe manche Zeit damit verloren' -

genial übersetzt? : ein Bruchteil handwerklich brauchbar (als Vorarbeit für den - hoffentlich - kommenden Besseren); die Hälfte.

der Rest? : eine Satire auf das grandiose Original!

Wir Deutschen wissen noch nicht, was der Ulysses ist!"

Joyce selbst fand in der Originalausgabe gegen 400 Druckfehler, bewies aber gute Nerven, zumal die verbliebenen für Augenoperationen, die Sorge um den Lebensunterhalt, die kranke Tochter und "Finnegans Wake" noch nötig waren. Unendlich schade bleibt, daß im Deutschland der fünfziger Jahre noch nicht soviel Preisgeld im Umlauf war wie heute, daß partout nicht ein Verlag, ein Gremium sich fand, das Arno Schmidt, statt ihn seine Leidenschaft und Klugheit an Bulwer-Lytton verschwenden zu sehen, nur fünf bescheidene Jährchen im Bergwerk Joyce vergönnt hätte.