Mal ernsthaft: Wofür steht Gerhard Schröder? Keine Ahnung? Auf die richtige Fährte führt uns eine Schlagzeile des britischen Guardian: Schröder, steht dort, ist ein "Man who's all things to all Mensch". Ja, ganz richtig, all things to all Mensch. Einer, der es jedem recht macht. So eine Art politische Wunschkugel, in der man alles entdecken kann, was man möchte. Alles, nur nicht Kohl. So weit können wir den Briten folgen. Doch dann entdecken wir den Satz: "Mr Schröder is a master of realpolitik." Da fällt uns sofort Bismarck ein, der gesagt hat: Politik ist die Kunst des Möglichen. Schröder, Eiserner Kanzler? Das mag ja gerade noch möglich sein, aber wie in aller Welt soll er das gleichzeitig hinkriegen mit: "all things to all Mensch"? Es allen Leuten recht machen, ist das überhaupt realistisch? Der Guardian läßt uns bei der Frage leider im ungewissen. Aber es freut uns außerordentlich, daß dieses schöne Wort "Mensch" in den angelsächsischen Sprachschatz eingesickert ist, nach so viel "angst", "schadenfreude", "blitzkrieg" und "realpolitik".