Meadows: Als Systemanalytiker kann ich nicht erkennen, wie der globale Kollaps vermieden werden sollte. Es wäre allerdings nicht einmal der erste Kollaps denken Sie nur an die Zeiten der Pest in Europa. Die interessantere Frage für mich ist, ob wir die Krise mit unserer Demokratie überstehen oder ob es irgendeine Art von Diktatur geben wird.

zeit: Erkennen Sie schon Krisenphänomene?

Meadows: Aber ja. Zum Beispiel die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Oder die Überlastung der Umwelt, Beispiel Treibhauseffekt. Wir müssen auch bereits immer mehr Kapital aufwenden, um an die Rohstoffe zu kommen. Zwar sagen manche Leute, daß beispielsweise Erdöl immer billiger wird. Aber in diesem Kalkül werden nicht die Kosten des Militärsystems berücksichtigt, das bei der Sicherung des Ölnachschubs eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Die vielen Milliarden Dollar für den Irak-Krieg haben sich zwar nicht im Ölpreis niedergeschlagen aber wenn es im Nahen Osten kein Öl gäbe, hätte keines der westlichen Industrieländer so viel Geld ausgegeben. Ein anderer Krisenindikator ist die Erosion der Sozialsysteme. Es gibt auch immer mehr Konflikte um natürliche Ressourcen, Wasser zum Beispiel.

zeit: Haben Ihre Warnungen bei Politikern, Managern und Verbrauchern nichts bewirkt?

Meadows: Bei vielen überhaupt nicht.

zeit: Betrübt Sie das?