Eins in die Fresse

Viele Jugendliche in der Uckermark sind offen für faschistische Gedanken.

Ihr warnender Ton ist sicher angemessen. Nur Sie vergaßen zu erwähnen, daß Nährboden bereitet wird. Unter anderem durch 27,3 Prozent Arbeitslose im Dezember 1997 im Altkreis Angermünde. Mißstände anprangern, nun gut (gähn).

Ursachen angehen, das wär's.

Roland Schulz Gross Ziethen/Eberswalde

Unser bald sechzehnjähriger Sohn berichtet schon einige Zeit über Spannungen zwischen "rechten" und "linken" Jugendlichen. Die dargestellte Situation in Angermünde trifft nach seiner Aussage für Görlitz ganz genauso zu. Er äußerte: "Ich bin nicht hundertprozentig links, da ich meine eigene Meinung vertrete, will mich aber total von den Rechten abgrenzen ... Ich glaube nicht, daß ich achtzehn Jahre werde, ohne daß ich eins in die Fresse gekriegt habe", und fragte: "Werden wir uns mit dreißig immer noch schlagen?"

Als Eltern fragen wir uns ebenso besorgt, wohin diese Entwicklung in zehn oder zwanzig Jahren führen mag. Wann werden wir selbst auch zu direkt Betroffenen? Kann sich bei dieser anhaltend hohen Jugendarbeitslosigkeit etwas zum Besseren ändern? Da sind zumindest Zweifel angebracht.

Jörg Hirn, Görlitz

Eins in die Fresse

Angesichts eines solchen Artikels stelllt man sich die Frage, ob an dem dort beschriebenen Ort nicht genügend Präventionsarbeit geleistet wird. Ist an solchen Brennpunkten nicht gerade der Polizeiapparat besonders gefordert?

Sollte die Polizei nicht vor allem dort ständig präsent sein, wie es beispielsweise die Polizei in Großbritannien entsprechend praktiziert? Und was machen unsere Volksvertreter? Greifen sie, wie so oft in den vergangenen Jahren, zu spät zu Maßnahmen? Oder handeln sie frei nach dem Motto: Lieber spät reagieren als frühzeitig agieren?

Rolf Haimayer, Weingarten

Es ist leider nicht das erste Mal, daß ich in der ZEIT feststelle, wie wenig man die Ortsnamen in den sogenannten "neuen Ländern" kennt. Es gibt kein Sangershausen - die Stadt heißt Sangerhausen.

Charlotte Bach, Lüneburg