Pop-ups heißen die Meisterwerke der Papieringenieurkunst, Bücher, in denen es raschelt, klappt und schiebt. Im Handumdrehen wird Mona Lisa zu Marilyn Monroe, tauchen Biergläser auf und Männer ab. Die papierenen Effekte lassen sich jedoch nicht nur zur Erbauung des Betrachters inszenieren, sie können auch das Lernen zum Vergnügen machen. Seit dreißig Jahren arbeitet Ivan Moscovich, Direktor des Wissenschaftsmuseums in Tel Aviv, an seinen kybernetischen Logeleien. "Logo? Logo!" heißt sein jüngstes Werk (ars edition, München 49,80 DM). In die dritte Dimension übertragen werden klassische mathematische Ansätze wie die Knotentheorie oder der "Vier-Landkartenfarben-Satz" im Wortsinne begreifbar. Doch der gebürtige Serbe hat sich die Gestaltung des Buches allzu leicht gemacht. Den geübten Logiker wird das Schieben, Drehen und Falten bald ermüden. Das Konzept ist rasch durchschaut. Und das junge Mathegenie braucht schon ein gewisses Einfühlungsvermögen im Umgang mit dem Material, sonst ist das fragile Papierwerk rasch zerstört und der Spaß vorbei. Immerhin: Eine lange Bahnfahrt läßt sich mit den dreidimensionalen Knobeleien spielend überbrücken.