Sind es Aggressionen? Krack. Streß? Tock. Ein Stapel Probleme? Tack.

Egal, heute hackt sie es weg. Krack, tack, tock. Sie drischt auf das Holz ein, und neben ihr tanzt das Feuer. Langsam findet sie einen Rhythmus. Sie wiegt das Beil, läßt die Klinge erst leicht, dann wuchtig auf das Holz fallen. Tatock, tatock, tatock. Immer größere Späne schlägt sie aus dem Balken heraus. Nach einem müden Schwung hält sie inne, begutachtet im Licht des Feuers "das gespaltene Stück Holz". "Skid" heißt das im Altnordischen.

"Ski". Sie muß lachen. Nein, als "Ski" gibt sich diese zermackelte Latte in ihrer Hand noch nicht zu erkennen.

Vor gut viertausend Jahren - irgendwo in Mesopotamien hatte ein Mensch gerade das Rad erfunden - ritzte ein Nordländer in Rodoy ein Männchen in den Fels.

Es hat Hasenohren und hält so etwas wie einen Hockeyschläger in den Händen.

Und es steht auf Kufen. Leicht gebeugt in den Knien, den Hintern raus, Oberkörper nach vorne geneigt - noch heute würde jeder Skilehrer diese Haltung loben. Vielleicht ist der Rodoy-Mann auf der Jagd vielleicht ist das ein Rentiergeweih zur Tarnung auf seinem Kopf vielleicht sieht der Stock, den er hält, deshalb so ungewohnt aus, weil er gleichzeitig eine Waffe ist.

Sicher aber sind diese beiden Linien, deren Enden sich leicht und deren Spitzen sich mit Schwung nach oben biegen, sicher sind diese parallelen Striche jene Bretter, die für die Norweger seitdem die Welt bedeuten.