Deutschlands erste "Mobilitätszentrale" steht seit kurzem auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Die Einrichtung, untergebracht in einer gläsernen "Verkehrs-Insel", bietet dank einer mit mehreren Rechnerzentralen und anderen elektronischen Auskunftsquellen vernetzten Datenbibliothek ein Bündel von Informationen und Leistungen rund ums Reisen in der Rhein-Main-Region, aber auch bundesweit.

Besucher der Verkehrs-Insel erhalten Auskünfte über den kürzesten Weg zu ihrem gewünschten Ziel und über das geeignete Transportmittel, ob Fahrrad, Pkw, Bus oder ICE. In dem Rundpavillon können auch Billetts für den regionalen Verkehrsverbund RMV sowie Bahnfahrkarten für ganz Deutschland und das benachbarte Ausland gekauft und Staumeldungen abgefragt werden.

Auch Informationen zu Car-Sharing, Taxiservice, Mietwagen, Kurierdiensten und zur aktuellen Parkhausbelegung in Frankfurt halten die beiden Mitarbeiter der Mobilitätszentrale bereit. Flugreisende haben Gelegenheit, Einsicht in die Flugpläne des Rhein-Main-Flughafens und in das Airline-Register zu nehmen.

Für Radfahrer gibt es umfassende Informationen über Radwege, Fahrradverleih und Mitnahmemöglichkeiten des fahrbaren Untersatzes in Bussen und Bahnen auch zu überregionalen Zielen. Alle Auskünfte können auch telephonisch, per Fax, T-online oder via Internet abgefragt werden.

Die Frankfurter Mobilitätszentrale, der in Kürze weitere, zum Beispiel am Frankfurter Flughafen, folgen sollen, ist Teil des EU-Projekts Enterprice (Enhanced Network for Traffic Services and Information Provided by Regional Information Centres in Europe). Kernziel dieses Anfang 1996 gestarteten und auf einen Zeitraum von drei Jahren befristeten Unternehmens ist die europaweite Entwicklung von Mobilitäts- und Verkehrs-Informations-Zentralen (MOTIC). Auf diese Weise sollen die mittlerweile in vielen Bereichen vorhandenen Grunddaten zu Verkehrsangeboten und -lage in einer Datenbasis zusammengeführt werden. Auf daß der Manager aus Hamburg, der zu einem Meeting nach Paris aufbrechen will, sich künftig von MOTIC sagen lassen kann, ob es günstiger ist, mit dem Zug zu fahren oder das Flugzeug zu nehmen, und welche Schnellbahn oder Metro ihn am Ort zum Konferenzhotel bringt.

An Enterprice beteiligen sich 28 Partner aus sieben europäischen Ländern, darunter die Schweiz, die Niederlande und Dänemark. Die Kosten für die Frankfurter Mobilitätszentrale (1,1 Millionen Mark) wurden etwa zu zwei Dritteln vom Land Hessen übernommen, den Rest zahlte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt.

Für persönliche Anfragen ist die Frankfurter Verkehrs-Insel montags bis freitags zwischen 9 und 20 Uhr geöffnet, samstags von 9 bis 16 Uhr.