Einen zweiten Anlauf zur Eroberung des reichen italienischen Fernsehgeschäftes macht der australischamerikanische Fernsehmagnat Rupert Murdoch. Vor drei Jahren bot er Silvio Berlusconi vergeblich zwei Milliarden Dollar für dessen drei flächendeckende Fernsehsender Canale Cinque, Retequattro und Italia 1. Im Duopol mit dem Staatsfernsehen Rai haben sie nach wie vor die höchsten Einschaltquoten und bringen der Holding Mediaset jährlich eine halbe Milliarde Mark Reingewinn. Nachdem die Creme der linken Fernsehstars und Nachrichtendirektoren inzwischen von der Rai zu Berlusconis Kanälen abgewandert ist, wird der Vorwurf einseitiger Berichterstattung nicht mehr laut. Murdoch hat nun erneut Emissäre aus der Verwaltungszentrale seiner News Corp. in Los Angeles zum Fininvest-Vorstandschef Umbaldo Livolsi nach Mailand entsandt.

Die Fininvest kontrolliert noch 50,7 Prozent des Mediaset-Kapitals. Der Rest notiert an der Mailänder Börse oder liegt bei einigen Partnern. Murdoch muß heute mindestens das Doppelte von dem ausgeben, was er vor drei Jahren geboten hatte, wenn er die Kontrolle über Mediaset haben will. Und falls er mehr als 30 Prozent kauft, muß er laut italienischer Börsenvorschrift den 200 000 Kleinaktionären ein Übernahmeangebot machen. Die große Frage lautet: Will Berlusconi Kasse machen, oder hofft der Medienmogul auf eine neue politische Karriere?