Ob der Deutsche Gewerkschaftsbund die Beiträge seiner schwindenden Mitglieder nutzbringend investiert, wenn er acht Millionen Mark in eine "Es reicht"-Kampagne für den Politikwechsel steckt, das soll DGB-Chef Schulte mit sich selber abmachen. Interessanter als der Vorgang an sich sind die Reflexe, die er auslöst.

CDU-General Peter Hintze sieht die Überparteilichkeit der Gewerkschaften schamlos verletzt. Die DGB-Kampagne verlangt einen Wechsel der politischen Prioritäten für mehr Beschäftigung und soziale Gerechtigkeit. Ja, fühlen die Christdemokraten sich von derlei Forderungen gar nicht mehr angesprochen?

FDP-Chef Wolfgang Gerhardt wähnt in der Initiative eine Parteinahme für die SPD. Wie kommt er nur darauf? Daß die Sozialdemokraten oder einer ihrer Kandidaten bislang ein plausibles wirtschaftspolitisches Konzept für mehr Beschäftigung vorgelegt hätten, ist außer Herrn Gerhardt niemandem aufgefallen